Als Fachbegriff kommt "Gestalt" aus der Gestaltpsychologie, einem For- schungsansatz zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Sie untersucht, wie unser Verhalten und unsere Wahrnehmung organisiert werden. Dabei werden nicht einzelne Empfindungen betrachtet, sondern ganzheitliche "Bilder", Ordnungen und Organisationsformen. Das jeweilige "Gesamtbild" wird als "Gestalt" bezeichnet, und immer wird auch mitbetrachtet, vor welchem Hintergrund ein Prozess geschieht. Die Gestaltpsychologie nimmt an, dass Menschen nicht einfach nur passiv wahrnehmen, sondern sich aussuchen, was sie wahrnehmen möchten. Die augenblickliche körperliche und seelische Befindlichkeit spielt dabei eine große Rolle. Sogenannte "unerledigte Geschäfte" binden einen großen Teil unserer Aufmerksamkeit. Diese unerledigten Geschäfte werden "offene Gestalten" genannt. Gestaltarbeit hat nun zum Ziel, diese offenen Gestalten zu schließen, indem unter anderem unsere Wahrnehmungsfähigkeit entwickelt und verbessert wird. In der Gestaltarbeit ist u. a. wichtig, die eigenen Kräfte zu "würdigen", in Kontakt zu kommen mit den eigenen Fähigkeiten und damit die "Selbstregulation" in Gang zu bringen, sozusagen die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und zu lernen, sie zu befriedigen. Ein wesentlicher Aspekt ist auch die Mündigkeit, sowohl die eigene als auch die der anderen Menschen und damit die Annahme der "Verantwortung für sich selbst". Bei der Gestaltarbeit wird eine Vielzahl von Methoden so angewendet, wie es der Persönlichkeit des Klienten entspricht - Gespräche, Gewahrseinsübungen, innere Dialoge und Dialoge mit abwesenden Personen, Rollenspiele, körperorientierte Interventionen und kreative Ausdrucksmittel (Musik, Papier und Farbe etc.). Siehe auch: Und ... was ist nun eigentlich Gestalttherapie? Ein Essay ![]() WAS IST EIGENTLICH GESTALT? |